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Glyphosat-Urteil: US-Gericht verdonnert Monsanto zu hoher Geldstrafe

15.08.2018

Ein US-Gericht in Kalifornien sorgte in der vergangenen Woche für eine spektakuläre Entscheidung. Es verurteilte die Bayer-Tochter Monsanto zu einem „Schmerzensgeld“ von umgerechnet 254 Millionen Euro für einen im Sterben liegenden Krebspatienten.

In dem ersten Prozess dieser Art gegen den von Bayer übernommenen amerikanischen Saatgut- und Pestizidkonzern, sah es die Geschworenenjury als erwiesen an, dass Monsanto nicht ausreichend vor den Risiken seines Produkts Round-up gewarnt hat. Beim Kläger, Dewayne Johnson (46), wurde 2014 Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert, jetzt liegt er im Sterben. Als Platzwart an kalifornischen Schulen hatte er regelmäßig glyphosathaltige Unkrautvernichter angewendet.

Prozesslawine gegen Bayer-Monsanto erwartet

Für den Bayer-Konzern ist dieses wegweisende Urteil kritisch, denn die Einzelklage ist offenbar nur der Auftakt zu einer Flut von Klagen gegen Monsanto, die noch zu erwartet sind. Ein US-Richter namens Vince Chiabria hat hunderte von Klagen zu einer Sammelklage gebündelt und im Juli den Weg für einen weiteren Prozess frei gemacht, schreibt die Lebensmittelzeitung. Das jetzt in San Francisco ergangene Urteil löste jedenfalls eine Talfahrt des  Aktienkurses von Bayer aus: das Unternehmen verlor etwa 10 Milliarden Euro an Börsenwert. Bayer kündigte an, in Berufung zu gehen.

Grünen-Politikerin Renate Künast und Vertreter von Umwelt- und Bio-Verbänden forderten erneut ein umfassendes Anwendungsverbot für Glyphosat. Für die EU-Kommission ist das Urteil bislang kein Anlass, die noch bis 2023 bestehende europäische Zulassung für Glyphosat in Frage zu stellen. Allerdings bleibt es den EU-Mitgliedsstaaten vorbehalten, die Lizenzen für die Nutzung zu erteilen bzw. einen früheren Ausstieg zu beschließen.

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