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Aktion FOODprint: Hunderttausend wollen Essen ohne Gentechnik

18.07.2018

Zehn Monate lang hat der Naturkosthersteller Rapunzel, unterstützt von 30 Unternehmen und Verbänden aus der Bio-Branche, Bekenntnisse gegen Gentechnik auf dem Acker und dem Teller gesammelt. Jetzt übergaben Vertreter der Bio-Bewegung die bunt bedruckten Stoffbahnen und Unterschriftenlisten der Initiative FOODprint an Bundesumweltministerin Svenja Schulze. 108.000 Menschen haben sich beteiligt.

Bei der Übergabe der Stoffbahnen und Unterschriften betonte Elke Röder, Mitglied im Vorstand des Bio-Dachverbandes BÖLW, dass Gentechnik-Pflanzen oder –Tiere aus der Natur kaum noch rückholbar seien. Deshalb sei es entscheidend, „dass die Bundesregierung auch bei den neuen Gentechniken wie ‚Crispr-Cas‘ oder ‚zielgerichteter Mutagenese‘ das Vorsorgeprinzip durchsetzt.“ Dazu habe sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag verpflichtet. Röder stellte auch klar, was Vorsorge aus Sicht der Bio-Branche in diesem Fall bedeutet: „Vor der Markteinführung muss Gentechnik auch in Zukunft risikobewertet werden, es muss Nachweisverfahren für die neuen Konstrukte, ein Monitoring, Rückverfolgbarkeit und Haftungsregeln für den Schadensfall geben. Und damit die Kunden weiter frei wählen können, was sie anbauen oder essen, muss eine Kennzeichnung für Transparenz auf dem Etikett sorgen.“

FoodPrint-Positionspapier mit mehreren Forderungen

Gestartet wurde FOODprint im September 2017 auf dem Eine-Welt-Festival von Rapunzel. Auf den Biofachmessen sammelte der Hersteller weitere Fuß- und Handabdrücke, während die Unterschriftenlisten im Biofachhandel auslagen. Verbunden mit der Aktion war ein Positionspapier mit mehreren Forderungen: Neue Gentechnik-Verfahren sollen „genauso wie klassische Gentechnik gesetzlich geregelt werden. Mit Risikoprüfung, Zulassungsverfahren, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung.“ Zudem soll das Verursacherprinzip konsequent angewandt werden, indem Nutzer und Anwender gentechnischer Verfahren „sämtliche Mehrkosten, z.B. Trennung der Warenströme und Analysen, die durch die Gentechnik-Anwendungen entstehen, tragen.“ Für die unabhängige Risikoforschung und die ökologische Saatgutzüchtung forderte FOODprint eine öffentliche Förderung.

Auch nach der Übergabe können die Forderungen noch durch eine Unterschrift verstärkt werden.

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