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Agro-Gentechnik: Die Ablehnung bleibt hoch

13.07.2018

Vier Fünftel der Deutschen lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft ab. In der Studie Naturbewusstsein 2017 des Bundesumweltministeriums stimmten 79 Prozent der 2000 befragten Verbraucher der Aussage zu: „Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft wird verboten.“ In den Jahren zuvor (2009, 2013 und 2015) lag die Zustimmung bei 87, 84 und 76 Prozent. „Damit bewegt sich die grundsätzliche Zustimmung für ein Verbot gentechnisch veränderter Organismen seit Jahren relativ stabil auf hohem Niveau“, heißt es in der Studie. Allerdings sei die uneingeschränkte Zustimmung, also der Anteil derjenigen, die ein Verbot für „sehr wichtig“ halten, seit 2013 um 14 Prozentpunkte gesunken.

Frauen gegenüber Gentechnik kritischer eingestellt

Ihre Ablehnung der Agro-Gentechnik begründeten die meisten Menschen mit einem ethischen Argument. 78 Prozent stimmten dem Statement zu:: „Der Mensch hat kein Recht, Pflanzen und Tiere gezielt gentechnisch zu verändern.“ Zwei Drittel der Befragten wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel essen. Die Studie zeigte auch, dass in der Altersgruppe bis 29 Jahre die Ablehnung der Agro-Gentechnik „deutlich geringer ausgeprägt“ ist als im Bevölkerungsdurchschnitt. Außerdem waren Frauen gegenüber Gentechnik insgesamt kritischer eingestellt als Männer. Bemerkenswert fanden es die Autoren der Studie, dass bei der Bewertung der meisten Statements die Bildung der Befragten keine Rolle spielte.

Transparenz und Risikobewertung sind bei Gentechnik unverzichtbar

Auch Menschen, die der Agro-Gentechnik eher offen gegenüberstehen, halten Transparenz und Risikobewertung für unverzichtbar. Das zeigen die Antworten auf zwei weitere Fragen. 93 Prozent stimmten der Aussage zu: „Meiner Meinung nach sollten Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert wurden, vom Handel gekennzeichnet werden.“ Ebensoviele Befragte vertraten die Meinung „mögliche Auswirkungen auf die Natur sollten immer untersucht werden, wenn Pflanzen gezielt gentechnisch verändert werden.“ Das zeige „die große Bedeutung der Einhaltung des Vorsorgeprinzips in Bezug auf Gentechnik in der Landwirtschaft und deren neuen Anwendungen“, interpretierte das Bundesumweltministerium das Ergebnis. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte in ihrem Statement zur Präsentation der Studie, sie nehme die Bedenken der Bürger gegenüber der Gentechnik sehr ernst: „Wir brauchen endlich bundesweit einheitliche Regelungen, um den Anbau von Genpflanzen zu verbieten.“

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