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Cyclo-di BADGE: Neuer Schadstoff aus der Dose

11.06.2018

Blechdosen sind meist beschichtet und Schadstoffe in dieser Schicht können theoretisch ins eingedoste Lebensmittel übergehen. Die niedersächsischen Lebensmittelüberwacher (CVUA-MEL) haben nun auf einen Schadstoff hingewiesen, der bisher nicht im Focus stand: Cyclo-di-BADGE (CdB). Er kann auch für Bio-Hersteller ein Problem werden, da sie keine anderen Dosen benutzen als ihre konventionellen Kollegen.

BADGE ist die Abkürzung für Bisphenol-A-diglycidylether, eine mit Bisphenol-A verwandte Chemikalie, aus der Epoxidharze für Beschichtungen hergestellt werden. Sie machte bereits in den 90-er Jahren Schlagzeilen, als sie in diversen eingedosten Lebensmittel nachgewiesen wurde. 2005 legte die EU für BADGE in Lebensmitteln einen Grenzwert von 9 Milligramm je Kilogramm (mg/kg) fest. Auch aus Bisphenol A werden Epoxidharze hergestellt. Für diesen als hormonell wirksam eingestuften Schadstoff gilt seit 2011 für Lebensmittel ein Grenzwert von 0,6 mg/kg.

Bei der Herstellung von Epoxidharzen können sich diese beiden Rohstoffe zu einem weiteren Schadstoff verbinden, dem Cyclo-di-BADGE (CdB). Bereits 2016 hatte das niedersächsische CVUA-MEL diese Verunreinigung in ölhaltigen Fischkonserven gefunden, und zwar in Mengen von ein bis zwei mg/kg. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte damals fest, dass bei dieser Konzentration bei Menschen, die überdurchschnittlich viele ölhaltige Fischkonserven verzehren, unerwünschte Wirkungen auf die Gesundheit möglich sein könnten. Die Behörde empfahl weitere Untersuchungen zur Giftigkeit der Substanz.

Gebratenes Gemüse in Dosen besonders hoch belastet

Nun haben die Wissenschaftler des CVUA-MEL bei eingedosten Suppen und Eintöpfen mit Epoxidharzbeschichtung untersucht, ob CdB in die Lebensmittel übergehen. In den meisten Produkten fanden sich CdB-Gehalte zwischen 0,2 und 0,5 mg/kg, in einigen wenigen mehr als 1 mg/kg. Spitzenreiter war eingedostes gebratenes Gemüse. Auch in Kokosmilch aus Dosen habe es bereits hohe Befunde gegeben, schreibt die Behörde. Sie weist darauf hin, dass der CdB-Gehalt neben dem Fettgehalt auch von Temperatur und Dauer bei der Sterilisation der befüllten Dose beeinflusst werde und dass es Beschichtungen gebe, die ganz ohne Epoxidharze auskommen. „Aufgrund der Vielzahl der Produkte, die CdB enthalten“, spricht sich das CVUA-MEL für eine Bewertung der Substanz durch die EU-Lebensmittelbehörde EFSA aus, als Basis für einen Grenzwert, den es bisher nicht gibt. Dieser würde „ die für alle Seiten die notwendige Sicherheit schaffen.“

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