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Frankreich verbietet Fleischbegriffe für pflanzliche Alternativen

18.05.2018

Steak, Salami oder Merguez: In Frankreich sollen etablierte Begriffe aus der Fleischindustrie für pflanzliche Produkte verboten werden. Dass auf der Packung klar zu lesen ist, dass es sich dabei nicht um Fleisch handelt, ist unerheblich. Auch deutsche Hersteller, die nach Frankreich exportieren, wären von der geplanten Regelung betroffen.

Noch sind Bezeichnungen wie "veganes Steak" in Deutschland zulässig. Der Verein Verein Vegorganic befürchtet jedoch, dass sich das bald ändern könnte. Hintergrund ist ein Antrag, den CDU/CSU und SPD gemeinsam mit verschiedenen Verbänden, unter anderem dem Deutschen Bauernverband, gestellt haben. Fleischähnliche Begriffe würden den Verbraucher auch dann täuschen, wenn ihnen die Attribute „pfanzlich“, „vegan“ oder „vegetarisch“ vorangestellt sind, so die Begründung. Vegorganic verweist auf eine repräsentative Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, nach der sich nur 4 Prozent der Befragten beim Einkauf jemals vergriffen hätten, also schon einmal versehentlich statt eines tierischen ein pflanzliches Lebensmittel genommen haben oder umgekehrt.

"Spezifizierung ‚vegane‘ Wurst dient zur Klarstellung"

Vegorganic fordert nun gemeinsam mit Bio-Herstellern wie Govinda, Vitam, Topas, Purvegan, Happy Cheeze oder Taifun Tofu: „Das Bestreben der Deutschen Lebensmittelbuchkommission, die Vermarktung pflanzlicher Alternativen zu erschweren, muss eingestellt werden!“ Außerdem verlangen sie, dass verbraucherfreundliche Kennzeichnungen auch für Milch- und Käsealternativen, zugelassen werden.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache erklärt: „Als Fazit könnte man sogar anführen, dass die Spezifizierung ‚vegane‘ Wurst nicht zur Irreführung, sondern im Gegenteil zur Klarstellung dient [...] Um kenntlich zu machen, welchen Geschmack der Verbraucher erwarten darf, helfen die ergänzten Originalbezeichnungen: Wer etwa vegane Leberwurst kauft, kann somit davon ausgehen, dass der Geschmack dem von ‚echter‘ Leberwurst nahekommt – das Attribut verweist jedoch unmissverständlich darauf, dass die Inhaltsstoffe frei von tierischen Produkten sind.“

Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Markus Keller von der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld sagt: „Der aktuelle Fleisch- und Wurstkonsum ist in praktisch allen Ländern Europas zu hoch. Gesetzesvorhaben wie die in Frankreich schützen Bereiche des Lebensmittelmarktes, die aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht mehr gefördert werden dürften.“

 

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