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Monsanto verlangt vor US-Gericht die Daten von Glyphosat-Gegnern

06.03.2018

Der Konzern Monsanto hat das Kampagnen-Netzwerk Avaaz verklagt. Avaaz soll sämtliche internen Daten über seine Glyphosatkampagne an den Konzern übergeben. Das Oberste Gericht des US-Staates New York hat eine entsprechende Anordnung erlassen. Avaaz hat dagegen Berufung eingelegt und sammelt Spenden, um sich gegen den Konzern zu wehren.

Avaaz ist ein weltweit tätiges Netzwerk von Online-Aktivisten, dem über 46 Millionen Menschen angehören. Sie wenden sich regelmäßig und weltweit in Petitionen gegen soziale und ökologische Missstände. Die Avaaz-Aktivisten haben sich auch gegen die Wiederzulassung von Glyphosat in der EU engagiert. Über vier Millionen Menschen haben bei Avaaz entsprechende Petitionen unterschrieben. Ihre E-Mail-Adressen will der Konzern ebenso wie alle anderen Aufzeichungen der Organisation, die auf Monsanto oder Glyphosat Bezug nehmen. Betroffen davon sei auch die laufende Kampagne gegen die Fusion von Bayer und Monsanto, schreibt Avaaz.

Der Konzern begründete sein Anliegen gegenüber dem Gericht damit, dass diese Unterlagen notwendig wären, um sich in einem anderen Verfahren verteidigen zu können. Gemeint ist damit ein Prozess in San Francisco, in dem Hunderte Krebsopfer, die Monsantos Glyphosat für ihre Krankheit verantwortlich machen, auf Entschädigung klagen. Avaaz Vize-Chefin Emma Ruby-Sachs wertete das Vorgehen des Konzerns als Reaktion darauf, dass Avaaz dessen Pläne in Europa und Argentinien durchkreuzt habe. Monsanto sei bekannt dafür, starke Geschütze gegen Kritiker aufzufahren. „Aber die Avaaz-Gemeinschaft vereint die Kraft von Millionen von Menschen und unsere Mitglieder haben einfach keine Angst“, schreibt die Organisation in ihrem Spendenaufruf. Der juristische Kampf gegen den Konzern wird Avaaz Zeit und Geld kosten, die der Kampagnenarbeit abgehen. Der jährliche Etat des Netzwerks liegt bei etwa 14 Millionen Euro.

„Sollte Monsanto mit seiner Forderung gegen den vergleichsweise kleinen Verband Avaaz durchkommen, könnte das weitreichende Folgen auch für andere Organisationen haben, die sich mit Konzernen anlegen“, schreibt die taz. Auch von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen könnte Monsanto dann interne Informationen verlangen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was Monsanto mit solchen Informationen alles anstellen könnte. Allein das Liefern der Daten würde die Arbeit der betroffenenen Organisationen monatelang blockieren. „Tausende Personalstunden und Hunderttausende Dollar“ würde es kosten, die verlangten Dokumente zusammenzustellen, sagte Avaaz der britischen Zeitung The Guardian. Und wer würde noch bei einer Organisation unterschreiben oder sich engagieren, wenn er befürchten müsste, dass die Daten an die bekämpften Konzerne gingen? „Unsere Mitglieder schreiben uns, dass sie davor Angst haben“, sagte Emma Ruby-Sachs dem Guardian: „Es hängt jetzt eine bedrohlich dunkle Wolke über unserer Organisation.“

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