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Löwenstein widerspricht Klöckner: Bio braucht keine Pestizide

20.02.2018

Julia Klöckner (CDU) leistet sich groben Kommunikationsfehler.Die Bundestagesabgeordnete Julia Klöckner, die auch im Gespräch für das Amt der Landwirtschaftsministerin ist, hat in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut darüber nachgedacht, Ökolandwirten chemischsynthetische Pestizide zur Verfügung zu stellen, weil sie sonst „in nassen Jahren ein erhebliches Problem“ hätten.

Der BÖLW reagierte prompt mit einer Stellungnahme. Vorstandsvorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, kommentiert den Vorschlag: „Alle Bauern haben Probleme, wenn ein Jahr zu nass ist. Dann kann man nicht mit dem Traktor ins Feld und – wie das jetzt in Norddeutschland der Fall war – sein Wintergetreide nicht einsäen. Nasses Wetter führt auch zu Pilzbefall in speziellen Kulturen wie Kartoffeln oder Wein – auch das betrifft alle Bauern, konventionelle wie ökologisch wirtschaftende."

Bild: BMEL

Pestizide für Bio ist weder rechtlich möglich, noch erforderlich

Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW) Wenn der Einsatz robuster Sorten und eine Fruchtfolge zur Vorsorge nicht helfe,so Löwenstein, könnten Bio-Bauern Präparate mit naturstofflichem Charakter nutzen, die einem speziellen, sehr strengen Auswahlverfahren auf EU-Ebene unterliegen. „Frau Klöckners Idee, die Politik könne fallweise entscheiden auch chemisch-synthetische Pestizide für Bio zuzulassen, wie sie im konventionellen Landbau eingesetzt werden, ist deshalb weder rechtlich möglich, noch erforderlich. Denn Bio funktioniert. In Deutschland auf 1,4 Millionen Hektar und in fast 30.000 Betrieben. Die konventionelle Landwirtschaft verursacht massive Probleme. Das Insektensterben ist dafür ein dramatisches Beispiel. Dem kann man nicht entgegenwirken, indem man die ökologische Landwirtschaft konventioneller macht."

Klöckners Plädoyer für mehr Forschung sei hingegen richtig. „Wir müssen endlich beginnen, statt in Gentechnik und Chemielandwirtschaft in die Entwicklung stabiler Agrarsysteme zu investieren, wo Tiere und Pflanzen nicht in der Regel, sondern in der Ausnahme krank werden. Der Ökolandbau steckt voller Ideen für eine solche Entwicklung. Die wollen wir der Politik gerne zur Verfügung stellen!" sagt Löwenstain.

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