Anzeige

Gates-Stiftung setzt sich für Gene Drive ein

07.12.2017

Gene Drives, eine äußerst fehleranfällige Technologie mit nicht vorhersagbaren Langzeitfolgen, wird von der Gates-Stiftung lobbyiert. Das belegen gestern veröffentlichte Dokumente.

Wie die deutsche gentechnikkritische Organisation Testbiotech berichtet geht aus den Dokumenten hervor, dass derzeit hinter den Kulissen eine internationale Kampagne stattfindet. Ziel ist, Freisetzungen gentechnisch veränderter Insekten und Säugetiere den Weg zu bereiten, die mit sogenannten Gene Drives ausgestattet sind. Besonders aktiv sei hier die Bill & Melinda Gates-Stiftung. Diese habe unter anderem eine Spezialagentur (Emerging Ag) damit beauftragt, Einfluss auf die öffentliche Meinung und die Ausgestaltung künftiger Regelungen zu nehmen, schreibt Testbiotech.

„Gene Drives sollen die Ausbreitung künstlicher Gene in natürlichen Populationen erheblich beschleunigen. Ein Ziel kann die Ausrottung bestimmter Arten sein. Diese Technologie ist äußerst fehleranfällig und insbesondere ihre Langzeitfolgen sind nicht vorhersagbar. Selbst im Labor zeigt sich, dass die Verfahren nicht so funktionieren, wie ursprünglich erwartet. Viele Experten warnen vor einem übereilten Einsatz", erklärt Testbiotech.

Internationale Expertenkonferenz zur biologischen Vielfalt soll beeinflusst werden

Im Zentrum der Aktivität der Lobby-Kampagne steht eine internationale Expertenkonferenz, die im Rahmen des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) veranstaltet wird und seit gestern in Montreal (Kanada) tagt. An der Konferenz nehmen auch Experten teil, die u.a. von der Gates-Stiftung gefördert werden, um gentechnisch veränderte Mücken mit Gene Drives zu entwickeln. Diese risikobehafteten Insekten sollen zur Bekämpfung von Malaria freigesetzt werden.

Die Organisation Prickly Research in Zusammenarbeit mit Testbiotech zeigt in den veröffentlichten Dokumenten ein
weit verzweigtes Netzwerk auf, zu dem unter anderem Lobby-Organisationen, akademische Einrichtungen und Mitarbeiter von Behörden gehören. "Zuletzt versuchte dieses Netzwerk, das Ergebnis eines Online-Diskussionsforums zu beeinflussen, das der Vorbereitung des Treffens in Montreal diente", so Testbiotech.

„Wenn sich die Gates-Stiftung speziell für die risikobehafteten Gene Drives interessiert, sollte sie sich für Transparenz, eine breite öffentliche Diskussion und eine unabhängige Prüfung der Risiken einsetzen“, sagt Christoph Then, der für Testbiotech und das European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER) an der Konferenz teilnimmt. „Eine verdeckte Beeinflussung der öffentlichen Meinung ist nicht im Interesse des Allgemeinwohls, das die Stiftung angeblich fördern will.“

US-Militärs haben Interesse an Gene Drives

Die Recherche belegt auch dass die US-Militärs stark an der Entwicklung von Gene Drives interessiert sind. Gefördert werden u.a. Projekte zur Charakterisierung von Gene Drives sowie die Anwendung der Technologie bei Nagetieren wie Ratten und Mäusen. Mit welchem Ziel diese Projekte letztlich verfolgt werden, ist unklar. Bei Gene Drives besteht ein generelles Missbrauchsrisiko, da diese möglicherweise auch dazu verwendet werden könnten, um biologische Waffen zu entwickeln.

Weitere Informationen:
Veröffentlichte Dokumente
Die Aktivitäten der CBD
Analyse der Dokumente

Hier finden Sie alles zu Umsätzen und Entwicklung der Branche


Hier finden Sie Basiswissen und Verkaufshilfen zu den verschiedenen Sortimenten