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Marktgespräche – Das Forum für zukunftsweisende Konzepte im Biohandel

NEU: Das 7. Marktgespräch am 19. November in Kassel

Aus aktuellem Anlass:
Offener Einladungsbrief zum 7. Marktgespräch

 „Jetzt erst Recht: Fachhandel“

Liebe Einzelhändler, Hersteller und Großhändler der Bio-Branche,

wir haben in den letzten Tagen überlegt, ob wir das Motto des 7. Marktgesprächs am 19. November in Kassel umwidmen sollten in „Jetzt erst recht: Fachhandel“. Es ist zwar das richtige ökologisch-nachhaltige und auch politische Statement – aber „Bio-Branche in Bewegung“ erschien uns dann doch konstruktiver und bietet mehr Raum für zukunftsgerichte Diskussionen.

Nachdem Bioland einen langfristigen Partnervertrag mit Lidl abgeschlossen hat und Demeter mit Kaufland in Verhandlung steht, wird der Fachhandel vor neue Herausforderungen gestellt. Damit ist jetzt das 7. Marktgespräch aktueller und notwendiger denn je.

Niemand wird ernsthaft glauben, wenn der strategische Nutzen von Bio im LEH und beim Diskounter erst mal abgenutzt ist, dass die neuen Partner dann nicht wieder zu altbekannten Marktbearbeitungsmodellen wie Preisdruck und dem Ausspielen von nationalen und europäischen Bio-Lieferanten zurückfinden. Wer ernsthaft die Welt ein bisschen besser machen will, sollte – da hat Elke Röder vom BNN völlig Recht – doch bitte bei den 95% seiner Produkte anfangen, die allzu oft unter Missachtung von Umwelt- und Sozialstandards erzeugt und vertrieben werden.

Aber das 7. Marktgespräch wird auch kritisch auf die Bio-Branche schauen: Wir haben vieles gut und richtig gemacht und Bio in die Mitte der Gesellschaft getragen. Aber haben wir – erfolgsverwöhnt vom letzten Jahrzehnt – wirklich noch auf die neuen Kunden gehört, haben wir erforscht, was diese neuen Kunden wollen, wie sie ticken und bemerkt, dass und wie sie sich grundsätzlich von den „postmateriellen Gründungsvätern“ unterscheiden? Sind unsere Handelsstrukturen möglicherweise nur in der Nische erfolgreich umsetzbar, sollte der Großhandel nicht schon lange andere, kooperative Aufgaben zusammen mit den Fachhändlern aus seiner Region übernommen haben, also wirtschaftliches gemeinsames Handeln  fördern anstatt – überspitzt formuliert – mit hohen Aufschlägen Bio-Produkte von A nach B zu fahren?

Auf dem Podium beim 7. Marktgespräch sitzen neben engagierten Einzelhändlern mit Alexander Gerber (Demeter) und Volkmar Spielberger (Spielberger Mühle) Demeter-Vertreter aus beiden „Lagern“. Eingeladen haben wir jetzt auch einen Bioland Vertreter für das Podium. Am Vormittag berichten Experten über die Befindlichkeiten und Bedürfnisse der neuen Leit-Zielgruppe (Millennials) für Bio-Produkte und über Chancen und Potenziale von kooperativen Wirtschaftsmodellen. Ebenfalls am Nachmittag sitzt dazu ein Vertreter der neu gegründeten Reform Alliance mit auf dem Podium.

Jetzt erst Recht: der Fachhandel muss sich bewegen – und zwar endlich proaktiv – und nicht erst aufstehen, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Dazu gehört auch, dass es die Bio-Branche und ihr BNN seit Jahren leider nicht geschafft hat, mit einer gemeinsamen „Wertekampagne“ an die interessierte Öffentlichkeit zu treten.

Hier geht es zur Anmeldung zum 7. Marktgespräch - übrigens noch mit aus aktuellem Anlass verlängertem Frühbucherrabatt. 

Viele Grüße

das Team vom Institut für den Fachhandel

 

Das 7. Marktgespräch: Bio-Branche in Bewegung

Das Motto des nächsten Branchentreffs – diesmal in Kassel im Anthroposophischen Zentrum  –  heißt „Bio-Branche in Bewegung“. Dabei nimmt das Institut für den Fachhandel Impulse aus dem 6. Marktgespräch wieder auf: In inhaltlicher Fortsetzung des BioHandel-Artikels „Wir brauchen Bewegung“ (Ausgabe 9/2018) gehen wir gemeinsam mit Experten aus Handel und Lebensmittelwirtschaft den drängenden Fragen der Bio-Branche nach – und suchen im gemeinsamen Gespräch aller Akteure die besten Lösungen für die Zukunft des Fachhandels.

Gleich  hier anmelden!

Das bewährte Format –- inspirierende Impulsreferate am Vormittag und eine Podiumsdiskussion vor und mit den Teilnehmern am Nachmittag –wird sich zwischen zwei Polen entwickeln:

  • Auf der einen Seite Hersteller, die dem Fachhandel mehr oder weniger direkt die Pistole auf die Brust setzen: „Wenn der Fachhandel nicht in der Lage ist, unsere Produkte schnell und effektiv abzusetzen, dann müssen wir damit in den LEH gehen.“
  • Auf der anderen Seite ein Hersteller, der die konträre Meinung vertritt: „Handel und Hersteller können den Fachhandel nur gemeinsam stärken – der gesamte Bio-Lebensmittelmarkt braucht einen starken Fachhandel als Leuchtturm – im LEH und bei den Discountern können die Hersteller mittelfristig nicht überleben.“

Und mittendrin – auf dem Podium – sitzt ein sehr erfolgreicher Ladner mit mehreren Filialen, dem von Wissenschaft und Forschung vorausgesagt wird, dass sein Betrieb zum Überleben viel zu klein ist, dass er sich mit anderen Fachhändlern zusammenschließen muss. Und mehr noch: „Für seine erfolgreiche Zukunft reicht es nicht mehr aus, die besten Produkte zu verkaufen, der Fachhandel muss wieder Teil einer gesellschaftlich verantwortlichen Bewegung werden“.

Was den geforderten Zusammenschluss inhabergeführter Fachgeschäfte angeht, scheinen aktuell die Reformhäuser die Nase vorn zu haben: Das Institut für den Fachhandel bemüht sich, zum 7. Marktgespräch einen Vertreter des neuen Zusammenschlusses führender Reformhäuser auf das Podium zu bekommen. 

Hier gehts zur Anmeldung.

 

Die Referenten

 

Poträtbild Daniel Kofahl„(No) One-fits-all“ – Die Millennials mischen den Lebensmittelmarkt auf

Vortrag von Dr. Daniel Kofahl und Dr. Benedikt Jahnke (APEK-Consult.de)

Die Ernährungskultur der Gegenwart ist eine Ernährungskultur der Ernährungskulturen. Unterschiedlichste Ernährungspraktiken existieren gleichzeitig, kommen miteinander in Kontakt und konkurrieren teilweise untereinander. Mit der Vielfalt möglicher Ernährungsweisen ist auch die Anspruchshaltung der Konsumenten immer differenzierter geworden. Gerade Essen, Trinken oder Kochen dienen heute ebenso wie der vorgelagerte Einkauf von Lebensmitteln sowie die anschließende Kommunikation über das Verzehrte dazu, Identitäten zu generieren, Lebenssinn zu stiften und scheinbar Widersprüchliches zu integrieren. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Wandel des Einkaufs- und Ernährungsverhaltens ist dabei den sogenannten Millennials zuzuschreiben. Digitale Kommunikation, Regionalität und Weltbürgertum, individueller Genuss und soziale Verantwortung sind zentrale Aspekte, die auch im Biofachhandel noch stärker berücksichtigt und teilweise sogar neu gedacht werden müssen.

 

Poträtbild Dr. Richard Reichel"Potentiale kooperativer Zusammenschlüsse im Fachhandel“

Prof. Dr. Richard Reichel, Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg blickt auf eine lange Erfahrung zurück, unter anderem hat er mit seinem Institut die Anfänge der genossenschaftlichen Selbstorganisation der EDEKA begleitet. Um mit seinen Worten zu sprechen „auch die Edeka hat klein angefangen, niemand konnte absehen, dass diese Kooperation eine der führenden Handelsorganisationen in Deutschland werden würde“. Sicherlich wird Herr Prof. Dr. Reichelt dem Bio-Fachhandel nicht zu gleicher Marktgeltung verhelfen können, aber wertvolle Tipps und Erfahrungen zu unterschiedlichen kooperativen Formen der Zusammenarbeit geben. Im Wechselspiel zwischen unternehmerischer Individualität und gemeinsamer Stärke ist es in Zeiten wie diesen genau das, was die Fachhändler für Ihre Zukunft suchen!

 

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe des BioHandel



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