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Editorial 02|03

Bio im Überfluss?

Dass Bio-Milch zuweilen als konventionelle Ware verramscht werden muss, ist bekannt. Jetzt hat es offenbar auch den Bio-Wein erwischt: Überklebte Biowein-Etiketten auf Flaschen, die ein Discounter für knapp zehn Euro anbietet, legen diesen Schluss nahe. Auch wenn sich der Sachverhalt am Ende anders darstellen sollte: Die Frage bleibt, wie mit Überschussproduktionen im Bio-Landbau umgegangen werden sollte, ohne dass der Fachhandel Schaden nimmt.

Denn wenn bei steigendem Angebot immer mehr Bio-Produkte in den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) fließen – ob als Bio-Produkt deklariert oder nicht –, stellt sich der Verbraucher irgendwann mal die Frage, warum er noch im Fachhandel einkaufen soll? Um nicht zu viel von „ihrer“ Ware in den LEH abfließen zu lassen, sollte die Bio-Branche versuchen, Angebotsüberhänge über ihre eigenen Vertriebskanäle zu vermarkten. Warum gibt es keine bundesweite Biowein-Woche, in der Überschüsse günstig angeboten werden? Dadurch könnten auch neue Kunden gewonnen werden

Solche Aktionen funktionieren natürlich nur, wenn bei Angebotsüberschuss nicht brutal an der Preisschraube gedreht wird, sondern alle Beteiligten – vom Produzenten bis zum Einzelhändler – auf ihre Kosten kommen. Das setzt eine Verständigung voraus, die bislang in der Branche noch nicht gegeben ist.

Ein gangbarer Weg, mehr Verbraucher zu erreichen, scheint auch der Vertrieb von Bio-Produkten über Handelsmarken zu sein. Jedenfalls sagen das Großhändler, die nach der Kritik von Herstellern an ihrer Markenpolitik zu Wort kommen (Seite 21). Dennree rät den Herstellern, in die Zukunftsfähigkeit ihres Sortiments zu investieren, statt immer mehr Produktkopien auf den Markt zu bringen.

Das Ziel „Bio für alle“ könnte auch mit Hilfe von preisgünstigen Rohstoffen aus China näher rücken. Im Reich der Mitte ist die Bio-Landwirtschaft im Aufbau und der Handel mit Europa bereits organisiert (Seite 30).

Aber bleiben wir auf dem Teppich: Erst muss die BioFach zeigen, ob dem Angebotsplus im Bio-Bereich auch ein entsprechendes Nachfrageplus folgt.

Horst Fiedler

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Editorial: Bio im Überfluss? (BioHandel, 2/2003)

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche Editorial Bio im Überfluss? Dass Bio-Milch zuweilen als konventionelle Ware verramscht werden muss, ist bekannt. Jetzt hat es offenbar auch den Bio-Wein erwischt: Überklebte Biowein-Etiketten auf Flaschen, die ein Discounter für knapp zehn Euro anbietet, legen diesen Schluss nahe. Auch wenn sich der Sachverhalt am Ende anders darstellen sollte: Die Frage bleibt, wie mit Überschussproduktionen im Bio-Landbau umgegangen werden sollte

BioFach 2003: Fachwelt trifft sich in Nürnberg

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche Fachwelt trifft sich in Nürnberg BioFach erwartet 2000 Aussteller und 27000 Fachbesucher Viel Neues hat die BioFach auch in diesem Jahr zu bieten. Damit sich die Besucher das breite Angebot besser erschließen können, hat das Messe-Team die Hallen so belegt, dass erstmals ein geschlossener Rundlauf gewährleistet ist. Zur Eröffnung spricht Renate Künast, die auch die Auszeichnung für das 'Produkt des Jahres' aus den

BioFach 2003: Frankreichs Bio-Markt boomt

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche Frankreichs Bio-Markt boomt Mehr Anbauflächen, Supermärkte und Frischeprodukte im BioFach-Land des Jahres Der Naturkost-Fachhandel in Frankreich hat bei Qualität und Produktvielfalt die Nase vorn. Rund 1.800 Fachgeschäfte bieten ein reichhaltiges Sortiment an. Weitere Bio-Supermärkte sind geplant. Allerdings bemüht sich der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel (LEH), deutlich aufzuholen. Und damit die Rohstoffversorgung insgesamt gesichert ist, soll der Anteil der Bio-Anbaufläche bis 2005

Handelsmarken

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche Nützlich, verzichtbar, gegen die Philosophie Großhändler bewerten Handelsmarken unterschiedlich 'Handelsmarken ruinieren die Branche' klagen Naturkosthersteller und haben dabei den Großhandel im Visier. Der sorgt mit den Eigenmarken Denree, Bioladen und Green für weniger Geld in den Kassen mancher Markenartikler. Die Gescholtenen reagieren gelassen: Branchenprimus Dennree rät den Herstellern, in die Zukunftsfähigkeit ihres Sortiments zu investieren, statt immer mehr Produktkopien auf den Markt zu bringen

Warenwirtschaftssysteme

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche Warenwirtschaftssysteme: SiTeBio unter Druck Regionale Großhändler wollen mit Bits & Bytes-GmbH kooperieren Mit Installationen in rund 400 Bioläden ist SiTeBio das erfolgreichste Warenwirtschaftssystem im Naturkost-Fachhandel. Doch die Zukunft ist ungewiss. Der Großhandel hat die bisherige Kooperation beendet, der Einzelhandel ist verunsichert. /Leo Frühschütz Im Jahre 1997 beschlossen mehrere Regionalgroßhändler, mit der Demand Solutions GmbH zu kooperieren und deren Warenwirtschaftssystem SiTeBio weiterzuentwickeln. Der Anstoß

Ehrgeiziges Projekt in Fernost

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche Ehrgeiziges Projekt in Fernost Rohstoffe aus China erobern den europäischen Markt In den letzten Jahren taucht immer häufiger der Name Volksrepublik China in Exportpapieren für Bio-Rohstoffe auf. Deutsche Importeure bereisten kürzlich den Nordosten Chinas und besuchten Anbau- und Verarbeitungsprojekte; BioHandel, begleitete sie. /Text und Fotos Karin Heinze Rund 3.500 Kilometer per Flugzeug, Bahn und Auto legte die sechsköpfige Reisegruppe in Begleitung ihrer chinesischen

Bio = rückstandsfrei?

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche Bio = rückstandsfrei? Verkehrsverbot für belastete Öko-Produkte alarmiert Branche Der Nitrofenskandal und die anderen Rückstandsfunde haben eine alte Frage neu aufgeworfen: Bis zu welchen Rückstandsmengen darf ein Bio-Lebensmittel noch als solches verkauft werden. Zudem haben die Bestrebungen einiger Bundesländer, Bio-Lebensmittel aus dem Verkehr zu ziehen, sobald sie Spuren von Pestiziden enthalten, die Branche alarmiert. /Leo Frühschütz Der Satz hat Konsequenzen: 'Die Beanstandung

kurz & bündig

BioHandel, 02/2003, Markt und Branche
Branche kurz & bündig Mehr als 6 Prozent Bio-Gemüse Der Bio-Anteil an der deutschen Gemüseproduktion lag nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) im Jahr 2000 bei etwa sechs Prozent. Insgesamt wurden auf 6.500 Hektar 160.000 Tonnen Bio-Gemüse erzeugt. Das entspricht einem Flächenanteil von 6,5 Prozent. Im Jahr 2001 ist die Anbaufläche nach ZMP-Schätzungen um weitere 600 Hektar gewachsen. Knapp die

Meldungen: Viel Acrylamid im Vollrohrzucker

BioHandel, 02/2003, Aktuelles
Meldungen Februar 2003 Viel Acrylamid im Vollrohrzucker Rapunzel veröffentlicht alle Messwerte Die Qualitätssicherung von Rapunzel hat im Rapadura Vollrohrzucker Acrylamidgehalte in einer Größenordnung von 1.200 bis 2.800 Mikrogramm je Kilogramm (µg/kg) gefunden. Ursache für diese relativ hohen Werte ist der Herstellungsprozess, der weltweit in geringen Abwandlungen zur Produktion von Vollrohrzucker eingesetzt wird. Die betroffenen Produkte bleiben im Handel, Rapunzel hat alle Messwerte veröffentlicht und

Meldungen: Internationales

BioHandel, 02/2003, Aktuelles
Meldungen Februar 2003 Internationales China: Bio-Offensive Nach Zeitungsberichten plant die Regierung eine Steigerung des Bio-Exportvolumens auf 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2006. Derzeit erreicht der Anteil von Bio-Lebensmitteln am chinesischen Markt noch nicht einmal 1 Prozent. Ziel des staatlichen Umweltschutzamtes (SEPA) ist es, in den nächsten fünf bis zehn Jahren zwei Prozent der weltweiten Bio-Exporte zu übernehmen. Dafür sollen nun

Meldungen: Backwarenverkauf ab halb acht

BioHandel, 02/2003, Aktuelles
Meldungen Februar 2003 Backwarenverkauf ab halb acht Bio Company setzt in Berlin neue Maßstäbe Schon auf dem Weg zur Arbeit können Kunden der Bio Company, Shop Charlottenburg, frische Brötchen kaufen. Denn täglich außer sonntags bietet der Berliner Bio-Supermarkt bereits ab 7.30 Uhr Backwaren aus eigenem Backofen an. 'Wie bereits mit den Metzgertheken im Jahr 2000, ist die Bio Company wieder einmal Trendsetter in der

Meldungen: neue Läden

BioHandel, 02/2003, Aktuelles
Meldungen Februar 2003 neue Läden Atmosphäre zum Verwöhnen > Bamberg/ Nach acht Jahren im Angestelltenverhältnis war die Zeit reif für einen eigenen Laden. Katharina Müllerschön hat das Abenteuer gewagt, trotz hoher Mietkosten in der Bamberger Fußgängerzone ein Ladenlokal mit 80 Quadratmetern Verkaufsfläche zu übernehmen. Das Konzept von Pamina - bio und genießen - viel Kundenservice in schöner Atmosphäre und womöglich regionale Frische - gehe bis jetzt auf, sagt die

Hilfe zur Selbsthilfe

BioHandel, 02/2003, Verkauf und Praxis
Praxis Februar 2003 Offenheit zum Nutzen aller Mit einer der ältesten Erfa-Gruppe in der Eifel unterwegs Glaubwürdiger als jeder Zeitungsartikel, lebendiger als jedes Fachbuch und kostengünstiger als ein kompletter Beraterstab - so charakterisierte jüngst das Handwerk Magazin die Vorteile des unternehmerischen Erfahrungsaustausches. Als sich vor kurzem eine der ältesten Erfahrungs-austausch(Erfa)-Gruppen des Naturkosteinzelhandels traf, war BioHandel, dabei, um zu erfahren, ob diese Charakterisierung

Bakterien sollten „bio“ sein

BioHandel, 02/2003, Verkauf und Praxis
Praxis Februar 2003 Bakterien sollten 'bio' sein Starterkulturen bei ökologischen Lebensmitteln bisher ungeprüft Kulturen von Bakterien, Pilzen und Hefen spielen bei der Herstellung vieler Bio-Lebensmittel eine wichtige Rolle. Doch wie diese Mikroorganismen selbst produziert werden, interessierte bisher kaum. Nur Gentechnik durfte (und darf) nicht im Spiel sein. Doch inzwischen gibt es die ersten Bio-Kulturen. Aus gutem Grund. /Alexander Beck* Lebensmittel mit Hilfe von

Design ist nicht alles

BioHandel, 02/2003, Verkauf und Praxis
Praxis Februar 2003 Design ist nicht alles Was bei der Verpackung zu beachten ist In der Naturkostbranche wird das Verpackungsdesign meist als erstes und einziges erwähnt, wenn es darum geht, die Anforderungen an Verpackungen aufzuzählen. Doch das Design ist nur ein, wenn auch ins Auge springender Teil. Ebenfalls wichtig ist die Beschaffenheit, um Störungen in den Abfüllmaschinen zu vermeiden und rechtzeitig und kostengünstig mit einer

Der Wahrheit ins Auge sehen

BioHandel, 02/2003, Verkauf und Praxis
Praxis Februar 2003 Der Wahrheit ins Auge sehen Testkäufe geben Aufschluss über die tatsächliche Serviceleistung Beschäftigte im Naturkostfachgeschäft erleben den Verkaufsalltag lediglich aus ihrer Perspektive. Die lebhafteste und praxisnäheste Methode, die Wahrnehmung der Kunden zu ihrer Serviceleistung zu erfahren, sind Testkäufe. Sie fördern Momenteindrücke zutage, die entscheidend für die Kundenzufriedenheit sind (siehe auch 'Wirklichkeiten, die wirken', BioHandel, 7/02). Diese 'Moments of Truth' sind letztlich

Löffel für Löffel

BioHandel, 02/2003, Verkauf und Praxis
Praxis Februar 2003 Löffel für Löffel Qualitätssicherung steht bei Babynahrung an erster Stelle Für Babykost-Hersteller war 2002 kein Jubel-Jahr. Zuerst wurde Chlormequat in Birnen gefunden, dann mussten alle getreidehaltigen Produkte auf Nitrofen gecheckt werden und kurz vor Weihnachten gab es Acrylamid-Alarm. Die Qualitätssicherung ist deshalb ein wichtiger Aspekt dieser Warenkunde. /Leo Frühschütz Ein teurer Aspekt: 'Wir hatten in 2002 etwa 50.000 Euro

Löffel für Löffel

BioHandel, 02/2003, Verkauf und Praxis
Praxis Februar 2003 Leserbrief - Jobbörse - Seminare - Verkaufe - Vorschau Leserbrief Zum Artikel 'Ruiniert sich die Branche mit Handelsmarken?' erreichte uns folgende Zuschrift: 'Instrument der Kundenbindung nicht missbrauchen' Die Klagen unserer Hersteller in allen Ehren, ganz ernst nehmen kann ich sie allerdings nicht. Haben die Hersteller es nicht ihrer eigenen Marken- und Preispolitik zuzuschreiben, dass sich der Großhandel mit Handelsmarken positionieren und profilieren will? Dem Einzelhandel zu

BioHandel, 2/2003

BioHandel, 02/2003, Aktuelles
Februar 2003 Editorial Meldungen Acrylamid im Vollrohrzucker 18 Rapunzel veröffentlicht alle Messwerte Lehmann steigt aus Frische-Importeur veräußert Anteile an Biotropic Backwaren ab halb acht Bio Company setzt neue Maßstäbe Rückruf wegen Mepiquat Voelkels Streuobst-Birnensaft betroffen Feinschmecker-Auszeichnung Biomarkt Hochreuter bei besten Einkaufsadressen Internationales Neue Läden Branche Fachwelt trifft sich in Nürnberg Vorschau auf die BioFach 2003 Land des Jahres Frankreichs Biomarkt boomt Handelsmarken

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BioHandel, 02/2003, Sonstige Rubriken

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