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Editorial 11|02

Neue Chance mit wenig Geld

Die Schlacht ist geschlagen: Rot-Grün soll nach dem Wählerwillen auch in den nächsten vier Jahren die Geschicke der Republik bestimmen. Damit kann der eingeschlagene Kurs in der Agrar- und Verbraucherpolitik beibehalten werden. Verbraucherschutz soll sogar Querschnittsaufgabe werden.

Doch so erfreulich das für den Ökolandbau und den Naturkosthandel ist – solange die Konjunktur nicht anspringt, wird es keinen großen Schritt nach vorn geben. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Ökolandbau nicht in dem erforderlichen Maße gefördert werden kann. Zu viele drängende Probleme hat die Regierung bei knappen Mitteln zu lösen. Nur eine neue Lebensmittelkrise könnte die Prioritäten zugunsten des Arbeitsmarktes und der Bildung noch verändern. Ob diesbezüglich auf die konventionelle Landwirtschaft Verlass ist, bleibt abzuwarten.

Einstweilen müssen wir uns noch mit eigenen Skandalen herumschlagen. Wieder einmal hat ein „pfiffiger“ Bio-Bauer es geschafft, der Branche konventionelles Getreide unterzujubeln, das zudem noch mit Chlormequat belastet war. Was erfreulich ist: Nach Entdeckung der chemischen Verunreinigung gelang eine schnelle und zielgenaue Rückverfolgung. Und dass Chlormequat-Analysen jetzt Standard werden, dürfte sicher so manchen von dem Versuch abhalten, durch Betrug mit Getreide den schnellen Euro zu machen.

Jetzt müssen nur noch die Konsequenzen für die Übeltäter verschärft werden, denn eine Nachlese des Nitrofen-Skandals zeigt, dass auch diejenigen weiter im Bio-Geschäft mitmischen dürfen, die der Branche erheblichen Schaden zugefügt haben. Weil die Bio-Branche - trotz aller Qualitätskontrollen - in ersten Linie auf das Vertrauen in ihre Akteure angewiesen ist, sollten Delinquenten konsequent ausgegliedert werden. Das Sprichhwort „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“, darf für die Bio-Branche keine Gültigkeit haben.

 

Horst Fiedler

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Editorial: Neue Chance mit wenig Geld (BioHandel, 11/2002)

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Editorial Neue Chance mit wenig Geld Die Schlacht ist geschlagen: Rot-Grün soll nach dem Wählerwillen auch in den nächsten vier Jahren die Geschicke der Republik bestimmen. Damit kann der eingeschlagene Kurs in der Agrar- und Verbraucherpolitik beibehalten werden. Verbraucherschutz soll sogar Querschnittsaufgabe werden. Doch so erfreulich das für den Ökolandbau und den Naturkosthandel ist - solange die Konjunktur nicht anspringt, wird es keinen großen

Dominieren bald die großen Hersteller die Sana?

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Verdrängungswettbewerb Dominieren bald die großen Hersteller die Sana? Mehr als 1.600 Aussteller aus 34 Ländern und 85.000 Besucher registrierten die Veranstalter der Sana, die kürzlich in Bologna stattfand. Die inter-nationale Messe für natürliche Produkte ist eine wichtige Plattform für den italienischen Bio-Markt. Durch groß angelegte Verkostungsaktionen fühlten sich kleinere Hersteller in den Schatten gestellt. /Karin Heinze In den sonnendurchfluteten Messehallen begnügten sich

Durchblick

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Durchblick In dieser Rubrik haben Persönlichkeiten aus der Bio-Branche das Wort, die sich kritisch mit der Szene auseinander setzen. Die hier geäußerte Meinung wird nicht unbedingt von der Redaktion geteilt. Diesmal hat Dr. Felix Prinz zu Löwenstein das Wort 'Nicht ängstlich in der eigenen Suppe herumschwimmen' Unter denen, die am 22. September unter Bangen und Hoffen bis in die frühen Morgenstunden auf das

Die Nitrofen-Beteiligten sind weiter im Geschäft

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Skandal ohne Strafen? Die Nitrofen-Beteiligten sind weiter im Geschäft Der Nitrofen-Skandal gilt als aufgeklärt. 'Wir haben Konsequenzen gezogen', heißt es allerorten. Doch diese sehen anders aus, als so mancher umsatzgeschädigte Einzelhändler sich das vorstellt. Alle Beteiligten sind weiterhin mit amtlichem Segen im Bio-Geschäft tätig. /Leo Frühschütz Das ist ganz eindeutig kein Kavaliersdelikt, auch wenn es mancherorts so behandelt wurde. Das muss

Verbraucherschutz als Querschnittsaufgabe

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Während der Koalitionsverhandlungen von Rot-Grün hat unser Berlin-Korrespondent Holger Hansen Neues zur Verbraucher- und Agrarpolitik erfahren. Da die Verhandlungen bei Redaktionsschluss noch andauerten, können wir noch kein abschließendes Ergebnis präsentieren. Verbraucherschutz als Querschnittsaufgabe Koalition will ihre Agrarpolitik fortsetzen und stärken Der Verbraucherschutz soll erstmalig als Querschnittsaufgabe der Bundesregierung verankert werden. Das wurde aus den Koalitionsverhandlungen kurz vor Redaktionsschluss bekannt. Mit einem 'Aktionsplan

Irlands Bio-Branche benötigt Wachstumsschub

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Irlands Bio-Branche benötigt Wachstumsschub LEH profitiert am meisten von steigender Nachfrage Im westlichsten Land der Euro-Zone gehen die Uhren manchmal etwas anders. Zwar hat es seit einem Jahrzehnt einen Wirtschaftsboom gegeben, der sich beispielsweise in vielen neu gebauten Einfamilienhäusern niederschlägt. Der Bio-Sektor ist davon jedoch weitgehend unberührt geblieben. Moderne Naturkostfachgeschäfte mit einem hohen Frischeanteil sind in Irland eine Seltenheit. /Kai Kreuzer

Neue Läden

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Neue Läden Lieferant wird Ladengründer Osnabrück Das Kathrinchen im innenstadtnahen Katharinenviertel von Osnabrück gibt es schon über 13 Jahre. Für den Naturkostladen mit 75 Quadratmetern Verkaufsfläche hat Heinz Brüning jetzt die Nachfolge übernommen. Der Agrar-Ingenieur mit Erfahrung im biologischen Land- und Gartenbau setzt bei seinem Sortiment auf vier starke Bereiche: Käse, Wein und Kosmetik, die er ausgebaut hat, und regionale Frische in Zusammenarbeit

Schrot&Korn - aus gelegentlichen Käufern Kunden machen

BioHandel, 11/2002, Markt und Branche
Branche Das neue Schrot&Korn Schrot&Korn entwickelt sich im intensiven Dialog mit seinen Marktpartnern, den Lesern/Kunden, den Ladnern und den Herstellern weiter. Wichtige Hinweise hat der Bio Verlag auch von Kunden erhalten, die Schrot&Korn noch nicht regelmäßig lesen. Schrot&Korn - aus gelegentlichen Käufern Kunden machen Aus drei 'angrenzenden' Zielgruppen-Segmenten (Milieus), denen insgesamt knapp ein Drittel aller Deutschen angehören, kommen die meisten

Meldungen: Resonanz an Bio-Erlebnistagen unterschiedlich

BioHandel, 11/2002, Aktuelles
Meldungen November 2002 Erfolg in Berlin - Pleite in Mainz Bio-Erlebnistage litten unter mangelnder Werbung 'In Berlin war es gigantisch', sagt Michael Wimmer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL), die zusammen mit zwei Agenturen die Bio-Erlebnistage in zwölf Städten organisiert hatte. Am 3. Oktober drängten sich die Menschen auf der Straße des 17. Juni. Das lag aber weniger an dem Bio-Event, das dort

Meldungen: Mehr Bio-Milch

BioHandel, 11/2002, Aktuelles
Meldungen November 2002 Bio-Milch im Aufwind Erstmals zehn Millionen Liter erreicht Bio-Frischmilch ist im konventionellen LEH weiterhin ein Renner. Der Absatz hat nach Angaben der Markt- und Preisberichtstelle ZMP im zweiten Quartal dieses Jahres erstmals die Marke von zehn Millionen Litern erreicht. Dazu kommen noch eine Million Liter Bio-H-Milch. Gegenüber dem Vorjahr ist die verkaufte Menge an Bio-Milch im ersten

Meldungen: Kurz & Bündig

BioHandel, 11/2002, Aktuelles
Meldungen Kurz & Bündig Umsatz wie zu Weihnachten Viel Resonanz in der örtlichen Presse fand eine Aktion des Bonner Naturkosthändlers Axel Bergfeld. In seinem Fachgeschäft Unter den Linden hatte er den Bürgermeister gegen fair gehandelten Kaffee aufgewogen und gleichzeitig zugesagt, die Kaffeemenge innerhalb einer Woche zu verkaufen und den Erlös der Deutschen Welthungerhilfe zu stiften. Statt der 350 Päckchen à 250 Gramm, die Bergfeld als Gegengewicht

Meldungen: Chlormequat in Bio-Getreide

BioHandel, 11/2002, Aktuelles
Meldungen Chlormequat in Bio-Getreide Davert entlarvt Betrüger nach Qualitätskontrolle Im Frühjahr waren es Bundkarotten und Birnen, jetzt ist Chlormequat mehrfach in Bio-Getreide aufgetaucht. Dort hat der Wachstumsregulator dazu beigetragen, einen Betrug aufzudecken. Folgen für die Qualitätssicherung: Chlormequat-Analysen werden Standard, und der Trend geht zum reinen Bio-Verarbeiter. Denn das größte Problem sind Verunreinigungen. /Leo Frühschütz Gleich mehrere Hersteller waren im Sommer und

Meldungen: Internationales

BioHandel, 11/2002, Aktuelles
Meldungen Internationales Kanada: Visionärer Strategieplan Ehrgeizige Ziele hat sich das Gastgeberland der 14. IFOAM-Weltkonferenz gesteckt, berichtet ZMP Ökomarkt Forum. Die bislang eher geringe Bedeutung der Vermarktung von ökologischen Lebensmitteln innerhalb des Landes soll bis zum Jahr 2010 auf 10 Prozent der Inlandsumsätze gesteigert werden. Kanada ist auch im Biolandbau ein klassisches Exportland. Die Größe der Anbauflächen wird auf 285.000 bis 340.000 Hektar (etwa 0,5

Meldungen: Forschung über Acrylamid dauert an

BioHandel, 11/2002, Aktuelles
Meldungen Gefährdung nicht einzuschätzen Forschung über Acrylamid dauert an Seit den ersten Funden des im Tierversuch krebserregenden Kunststoffbausteins Acrylamid durch die schwedische Lebensmittelbehörde Ende April 2002 haben sich viele Gremien und Experten mit den möglichen Gefahren befasst. Die wichtigsten Ergebnisse: Messungen in Großbritannien, Deutschland und der Schweiz haben die schwedischen Ergebnisse bestätigt. Die genauen Entstehungsmechanismen sind weiterhin unbekannt. Es ist derzeit nicht möglich, die gesundheitliche

Lecithin: Umstrittener Zusatzstoff

BioHandel, 11/2002, Verkauf und Praxis
Praxis November 2002 Lecithin: Umstrittener Zusatzstoff Bio-Hersteller sind vorsichtig In konventionellen Produkten ist Lecithin praktisch allgegenwärtig. Bio-Hersteller halten sich mit der Verwendung des Emulgators zurück. Was verbirgt sich hinter dem vielverwendeten Stoff, und warum steht die Bio-Branche dem Gebrauch kritisch gegenüber? /Uta Felgentreff Beim flüchtigen Lesen einer Zutatenliste sorgt die Angabe von Lecithin (Kürzel: E 322) selten für Argwohn beim Verbraucher - die

Warenkunde: Bio-Geflügel bei Kunden sehr geschätzt

BioHandel, 11/2002, Verkauf und Praxis
Praxis November 2002 Hohe Nachfrage garantiert Bio-Geflügel bei Kunden sehr geschätzt Bio-Geflügelfleisch hat viele qualitative Vorteile, von der tiergerechten Haltung bis hin zum Geschmack. Die Extras bei Haltung und Fütterung bestimmen den Preis. /Leo Frühschütz An einem Masthähnchen verdient der Bauer nicht viel. Soll das Geflügelfleisch einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes leisten, müssen viele Tiere eingestallt werden. Das bedeutet Investitionen

Termine, Jobbörse, Vorschau

BioHandel, 11/2002, Verkauf und Praxis
Praxis November 2001 Termine, Jobbörse, Vorschau Veranstaltungen Unter dem Motto 'Reform der gemeinsamen Agrarpolitik - Perspektiven für den ökologischen Landbau' veranstaltet die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) Bayern am 5. November in Ingolstadt eine ganztägige Fachtagung mit namhaften Referenten und Vertretern der EU-Kommission. Anmeldung unter Fax 08161-91711 oder E-Mail lvoekolandbau@t-online.de Ein zweitägiges Seminar Mitarbeiterführung - erfolgreich kommunizieren als Chef/in bietet Ernst

BioHandel, 11/2002

BioHandel, 11/2002, Aktuelles
November 2002 Editorial Meldungen Nur Teil-Erfolg Resonanz an Bio-Erlebnistagen unterschiedlich Mehr Bio-Milch LEH bringt Steigerung Chlormequat: neuer Fall Davert muss Getreide zurückrufen Acrylamid Gefährdung nicht einzuschätzen Internationales Kurz und bündig Branche Vielfalt in Gefahr Sana bald von Großen dominiert? Nitrofen-Nachlese Rechtliche Folgen lassen auf sich warten Auf Kurs bleiben Was macht Rot-Grün? Durchblick Felix Prinz zu Löwenstein: 20% nur Etappenziel

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