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Editorial 07|02

Heilsamer Schock

Belgien wollte seine Grenzen für deutsche Bio-Produkte schließen, und in der EU-Kommission gab es Überlegungen, ein Verkaufsverbot auszusprechen: Der Nitrofen-Skandal schockt die Branche. Dabei ist das Pestizid eigentlich Nebensache. Die Verschwiegenheit zahlreicher Akteure ist der eigentliche Skandal.

Vor diesem Hintergrund melden Öko-Pioniere einmal mehr Zweifel an, ob „Bio für alle“ das richtige Ziel ist. Denn mit der Massenproduktion sei nicht nur Arbeitsteilung, Anonymität und Preisverfall verbunden, sondern auch eine andere Werthaltung der Akteure: Geld dominiert, der ideelle Anspruch kollabiert. Das ist jedoch kein zwangsläufiger Mechanismus, der jedem, der nicht aus der Öko-Szene stammt, unterstellt werden kann. Und die Spreu vom Weizen zu trennen, dürfte schwerfallen.

Für die Unterteilung der Bio-Branche in Gut und Böse eignet sich auch nicht die Verbandszugehörigkeit. Zum Teil sind die Unterschiede zwischen EU-Bio und Verbands-Bio nur relativ gering, und beim Nitrofen-Skandal ging es schließlich um Verbands-Ware, nicht um EU-Ware. Alle Versuche, die Schuld an einer Stelle abzuladen, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Bleibt also, Produktions- und Lagerstätten noch stärker zu kontrollieren - vor allem die ausgehenden Waren. Allerdings heißt das (noch) höhere Kosten für die Bio-Kontrolle und damit (noch) höhere Bio-Preise...

Ein Lichtblick in dieser Situation ist die Nachricht, dass Vertreter der Öko-Landbauverbände, der ökologischen Lebensmittelverarbeitung und des Handels sich darüber verständigt haben, einen gemeinsamen „Bund der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft“ zu gründen. Eine der Schwächen der „alten“ AGÖL, die Beschränkung auf die Anbauer, ist damit überwunden. Ein überfälliger Schritt, der durch die Skandale sicher beschleunigt wurde. Somit hat Nitrofen auch etwas Positives bewirkt. Ein heilsamer Schock.

Horst Fiedler

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Editorial: Heilsamer Schock (BioHandel, 7/2002)

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Editorial Heilsamer Schock Belgien wollte seine Grenzen für deutsche Bio-Produkte schließen, und in der EU-Kommission gab es Überlegungen, ein Verkaufsverbot auszusprechen: Der Nitrofen-Skandal schockt die Branche. Dabei ist das Pestizid eigentlich Nebensache. Die Verschwiegenheit zahlreicher Akteure ist der eigentliche Skandal. Vor diesem Hintergrund melden Öko-Pioniere einmal mehr Zweifel an, ob Bio für alle das richtige Ziel ist. Denn

Umsatzbarometer

BioHandel, 07/2002, Entwicklung und Strategie
BioHandel, Juli 2002 Branche Umsatzbarometer 5,2 Prozent weniger Umsatz Rückschlag für Naturkost-Einzelhandel im ersten Quartal Der Zeiger des BioHandel-Umsatzbarometers hat sich deutlich nach unten bewegt: Nach einem Umsatzplus von 22 Prozent im Jahr 2001 hat der Naturkosteinzelhandel im ersten Quartal 2002 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres 5,2 Prozent weniger Umsatz gemacht. Die kleineren Läden beklagen mit einem durchschnittlichen Minus von 9,7 Prozent den

Nitrofen – vergiftetes Vertrauen

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche Nitrofen - vergiftetes Vertrauen Wer wann was wusste und nichts sagte Ein krebserregendes, längst verbotenes Spritzmittel hat der Bio-Branche einen handfesten Skandal und jede Menge negative Schlagzeilen beschert. Gelitten hat die Glaubwürdigkeit von Bio nicht nur wegen der Rückstände, sondern auch durch den Umgang mit den Informationen. Jeden Tag konnte die interessierte Öffentlichkeit nachlesen, wer wann was wusste und dennoch nichts

Nitrofen – Nach Nitrofen-Skandal sind alle gefordert

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche Branche unter Druck Nach Nitrofen-Skandal sind alle gefordert Nitrofen ist ein Total-Herbizid. Es schadet der ganzen Branche. Die lernt gerade im Crash-Kurs, dass es nicht genügt, wenn der eigene Betrieb oder Verband in punkto Qualität und Kontrolle fit ist. Die Branche als Ganzes muss es werden. Vorschläge dafür gibt es einige. Leo Frühschütz hat sie gesammelt und daraus

Aroma, Natur, Kunst...

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche Aroma, Natur, Kunst... Lässt sich über Geschmack nicht doch streiten? Der Einsatz von Aromen in Lebensmitteln sei eine Sinnestäuschung. Es werde mehr oder bessere Ware vorgetäuscht, als in dem Produkt enthalten ist, sagen die einen. So viel Ware, wie für den gewünschten intensiven Geschmack nötig ist, könne manchen Produkten gar nicht zugesetzt werden, und es sei letztendlich eine Frage des Preises

Interview: "In den Markt wird investiert - und ein Teil der Rechnung geht auf uns"

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche Interview In den Markt wird investiert - und ein Teil der Rechnung geht auf uns Nach Eve ist mit Via verde ein weiteres neues Kundenmagazin für den Naturkosthandel am Markt. Das ebenfalls zweimonatlich erscheinende Heft, das einen speziellen Kundentyp ansprechen soll, wird vom Bio Verlag herausgegeben. Jürgen Michalzik, Kommunikationsexperte, befragte den verantwortlichen Redakteur Peter Gutting, was den Verlag dazu bewogen hat, neben

Durchblick: Fragwürdiger Umgang mit dem Bio-Siegel

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche Durchblick In dieser Rubrik haben Persönlichkeiten aus der Bio-Branche das Wort, die sich kritisch mit der Szene auseinander setzen. Die hier geäußerte Meinung wird nicht unbedingt von der Redaktion geteilt. Diesmal hat Ernst Härter das Wort Fragwürdiger Umgang mit dem Bio-Siegel Ich stelle mir einen Verbraucher vor, dem Frau Künasts Werbung soeben vermittelt hat, dass es Bioprodukte drauf haben

Profilsuche in den Sortimenten

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche Profilsuche in den Sortimenten Studie lotet Zukunftsstrategien der Fachhändler aus In der Bio-Fachhandels-Landschaft ist genügend Platz für Reformhäuser und Naturkostgeschäfte. Dieses Fazit lässt sich aufgrund der diesjährige Studie der Unternehmensberatung Synergie ziehen, die zum ersten Mal den Reformhandel in die Befragung einbezogen hat. Künftig sind andere Schwerpunkte in den Sortimenten zu erwarten, im NEH bleibt die Frische wichtig. /Karin

Neuform im Jahr 2001 erfolgreich – jetzt Umsatzminus von fünf Prozent

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche 40 Millionen Euro Plus Neuform im Jahr 2001 erfolgreich - jetzt Umsatzminus von fünf Prozent Zwei Anlässe gibt es für die Neuform-Genossenschaft zu feiern: ein erfolgreiches zurückliegendes Geschäftsjahr und das 75-jährige Jubiläum. Doch inzwischen haben die Jubilare zurückgehende Umsatzzahlen zu melden: Auf fünf Prozent werden die Einbußen für das erste Quartal 2002 geschätzt. Im Lebensmittelsegment gilt der Naturkosthandel als schärfster

Neue Läden

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche - Neue Läden Ladeneröffnung war großes Event Gießen Schüler in auffälligen Attrappen warben als Brot, Käse, Wurst und Tomate in der Gießener Fußgängerzone für das neu eröffnete, 400 Quadratmeter große Naturkostfachgeschäft Klatschmohn. Vorher waren 45.000 Handzettel an die Haushalte verteilt worden. Entsprechend groß war der Andrang am Eröffnungstag Mitte Mai. Eine Clownin empfing die Besucher. Die von Georg Rieck und Stephan Scheu

Volldeklaration - was soll das bedeuten?

BioHandel, 07/2002, Markt und Branche
BioHandel, Juli 2002 Branche Volldeklaration- was soll das bedeuten? Gesetzliche Regelungen schaffen Verwirrung statt Klarheit In der Naturkostbranche werben etliche Hersteller mit Volldeklaration. Diese Qualität der Produktinformation gewinnt in Zeiten hoher Verunsicherung von Verbrauchern an Bedeutung. Doch die Gesetzesvorschriften stellen unüberwindbare Barrieren auf. Das Verbraucherschutzgesetz soll die Situation entschärfen. /Uta Felgentreff Die BSE-Krise hat den Mangel ans Tageslicht gefördert: Es gibt erhebliche Lücken in

Meldungen: SuperBioMarkt AG bietet Aktien an

BioHandel, 07/2002, Aktuelles
Meldungen Juli 2002 SuperBioMarkt AG bietet Aktien an Betriebe der insolventen Oekoland AG erste Kaufobjekte Vor einem Jahr wandelte Michael Radau seine Biogarten Naturkost Handels GmbH in die SuperBioMarkt AG um. Die Aktiengesellschaft betreibt derzeit vier Bio-Supermärkte in Münster und zwei in Osnabrück. Mit 90 Angestellten und über fünf Millionen Euro Jahresumsatz gehört das Unternehmen zu den größten Naturkosteinzelhändlern. Um die weitere Expansion zu

Meldungen: Tag der offenen Tür bei Ulrich Walter GmbH

BioHandel, 07/2002, Aktuelles
Meldungen Juli 2002 Sensationeller Besucherandrang Tag der offenen Tür bei Ulrich Walter GmbH Anfang Mai feierte die Ulrich Walter GmbH zwei Tage lang die Einweihung ihres neuen Betriebsgebäudes in Diepholz, das die Firma bereits im Oktober 2001 bezogen hatte. Am Tag der offenen Tür informierten sich rund 10.000 Menschen auf dem Firmengelände über die Verarbeitung von Kräutern, Gewürzen und Kaffee sowie über die Hintergründe des

Meldungen: Kurz&Bündig

BioHandel, 07/2002, Aktuelles
Meldungen Juli 2002 Kurz&Bündig Brisante Ergebnisse Im Auftrag der EU-Kommission wurden in einer auf Computersimulationen gestützten Studie die Folgen des Einsatzes gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft untersucht. Das seit Januar fertiggestellte Dokument kommt nach Informationen von Greenpeace zu dem alarmierenden Ergebnis, dass sich Landwirte, konventionell wie biologisch wirtschaftende, nur mit sehr hohem Kostenaufwand gegen die unerwünschte Verunreinigung durch genmanipulierte Pflanzen schützen können

Meldungen: Internationales

BioHandel, 07/2002, Aktuelles
Meldungen Juli 2002 Internationales Italien: Bio-Franchising erfolgreich Laut BioFach-Newsletter hat die Bio-Supermarktkette NaturaSi im Frühjahr ihre 29. Filiale in Siena und den 30. Franchise-Markt in Vicenza aufgemacht. Das Konzept der Franchise-Kette mit Sitz in Verona ist frischebetont. In den 250 bis 400 Quadratmeter großen Supermärkten mit dem Marienkäfer-Logo im Namenszug liegt der Schwerpunkt im rund 4.000 Artikel umfassenden Sortiment

Wirklichkeiten, die wirken

BioHandel, 07/2002, Verkauf und Praxis
Praxis Juli 2002 Wirklichkeiten, die wirken Momente der Wahrheit entscheiden über Erfolg von Läden Beim Umgang mit dem Kunden zählt jeder Augenblick, jeder Blick, jede Geste, jedes Wort. Mit jeder noch so kleinen Handlung wird wahrnehmbare Wirklichkeit geschaffen - Grundlage für einen positiven oder negativen Eindruck vom Laden. Dabei gilt: Der erste Eindruck prägt, der letzte bleibt. /Thomas Peltzer Na, Ihr ward doch gestern in dem

Warenkunde Kakao: Fairer Handel spielt große Rolle

BioHandel, 07/2002, Verkauf und Praxis
Praxis Juli 2002 Fairer Handel spielt große Rolle Angemessener Kakao-Preis sichert Qualität Kakao gab es früher im Kolonialwarenladen. Der Schokoladengrundstoff war und ist ein typisches Exportprodukt tropischer Entwicklungsländer. Deshalb ist bei Bio-Kakao nicht nur der ökologische Anbau wichtig. Zum ungetrübten Genuss gehört auch der faire Handel. /Leo Frühschütz Kakaobohnen sind kein Plantagenprodukt. Rund 85 Prozent der weltweiten Ernte von 2,8 Millionen Tonnen werden

Leserbrief - Hygienetipp - Jobbörse - Seminare

BioHandel, 07/2002, Verkauf und Praxis
Praxis Juli 2002 Leserbrief - Hygienetipp - Jobbörse - Seminare Leserbriefe > Offener Brief zum Artikel Platz für zwei? (BioHandel, 5/02) Sehr geehrter Herr Dax, ich kann Ihren Unmut gut nachvollziehen. Kaum tritt ein Mitbewerber mit einem etwas anderen Handelsverhalten auf, bläst der Wind von vorn. Nur haben Sie als Kopf der Firma Öko-Ring lange Zeit nach dem Motto gehandelt (oder tun es ganz leise womöglich

BioHandel, 7/2002

BioHandel, 07/2002, Aktuelles
Juli 2002 Editorial Meldungen Aktien von SuperBioMarkt AG Michael Radau sammelt Kapital Eve - auf Dauer gratis? Interview mit P&P-Chef Stefan Postler Riesenfest Einweihung bei Ulrich Walter Mehr Pestizide Konventionelle in der Kritik Internationales Kurz und bündig Branche Umsatzbarometer Tendenz fallend Nitrofen Wer was wann wusste Handlungsbedarf Qualität gemeinsam sichern Zwickmühle Aromatisierung Hersteller suchen Lösungen Via verde - Reaktion auf Eve? Interview mit Peter Gutting

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