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Kolumne: „Unverpacktläden sind die neuen Bioläden“

BioHandel, 10/2018, Standards


URL: https://biohandel-online.de/Standards/kolumne-unverpackt-laeden-sind-die-neuen-biolaeden.html / © bio verlag gmbh

Kommentare

Markus Maaß

Auch wenn es (nur) ein Kommentar ist, sind die Thesen doch zu steil. Es mag Unverpackt-LadnerInnen geben, die tatsächlich solch ein Anliegen haben. Ich sehe doch eher Personen, denen es um Schwimmen auf einer Welle geht. Das fehlt immer wieder die Anmeldung zur Biokontrolle und natürlich gibt es im Backend jede Menge Müll, auch Plastikmüll und eine kritische Betrachtung im Sinne einer Abfallbilanz wird vermieden und schon gar nicht Richtung Endkunde kommuniziert.
Ist ja auch ein schweres Umfeld. Wenn wir mal den Fokus von bio weg nehmen , sind die umsatzstarken Felder der grünen und braunen Frische gut und bei weitem konkurrenzfähiger besetzt, selbst rote Frische gibt es unverpackt. (Markt, Fachhandel, regional). Von Getränken in echtem Mehrweg ganz zu schweigen.
Da bleibt nur Randsortiment mit Langsamläufern. Welcher Laden kauft schon 25 kg Saaten? Und wer der Unverpackt-Läden hinterfragt Liefer-Verpackung, Lagerhaltung (Plastik!), und schon gar die Umweltbilanz der Dispenser (inkl. regelmäßiger Reinigung und massivem Warenschwund (eine krasse CO2"Quelle"))
Keiner hat sich öffentlichkeitswirksam auf den Weg gemacht und mal gegengerechnet, wie sich Papiertüte (ggf. mit Pergaminfenster) oder Karton in der Bilanz zu Unverpacktsystemen verhalten.
Der Trend wir wie vegan-Supermärkte weiterziehen und es wird nicht viel bleiben, außer eine Halde von Abfüllstationen. Vergessen wir nicht: Der Arbeitsmarkt hat sich erheblich gedreht: Es gibt ausreichend Angebot an guten und gutbezahlten Arbeitsplätzen, da kommt mit den ersten Hürden (Biokontrolle, Schädlingsbefall, Haftungsfragen (das sind alle Erstinverkehrbringer!)) schnell der Punkt, wo anderes rentabler ist. Immerhin sind wir hier im margenarmen und hartumkämpften Lebensmittelmarkt.
Aus meiner Sicht bleibt als Lichtblick, dass durch diesen Hype einige Hersteller den in den letzten Jahren (letztendlich von Beratern) eingeflüsterten Weg zu noch stylischer Verpackung überdenken und wieder das Ökoprofil der Verpackung im Sinne einer Prozessökologie in den Blick nehmen. Davon kann unsere Branche wie auch die Umwelt profitieren.
Persönlich sehe ich da aber mehr Effekt, wenn zum 1.1. endlich alle ihre Verpackungen lizensieren müssen und so endlich auch mal ein in Euro abrechenbares Gefühl für den von uns produzierten Müllberg entsteht. Pflicht war das schon seit Jahren, gemacht hat es ob mangelnder Kontrolle auch in der Branche kaum einer….

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