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"Viel Aufwand, wenig Nachfrage"

Aktuelles, 31.08.17 14:21

Immer mehr Kunden möchten unnötigen Verpackungsmüll vermeiden. Deshalb haben wir Sie im August gefragt: Bieten Sie in Ihrem Laden unverpackte Ware (beispielsweise Müsli, Mehl etc.) zum Abfüllen an?

51 Prozent der Umfrage-Teilnehmer bieten in ihrem Laden unverpackte Ware an. Die Erfahrungen,  die die Anbieter damit gemacht haben, sind eher negativ als positiv. Ein Ladner spricht zwar von Umsatzsteigerung durch Unverpacktes, ein anderer lobt die Verringerung von Plastikmüll, was wieder ein anderer in Frage stellt. Der mögliche ökologische Nutzen geht – da sind sich viele einig – mit einem hohen Arbeits- und Serviceaufwand einher.

Mehrarbeit ist einer der Gründe, weshalb 38 Prozent der Umfrage-Teilnehmer keine unverpackte Ware im Angebot haben. Ein Befragter merkt an, das Abfüllen sei auch „dem Kunden zu aufwendig“. Ein weiterer bestätigt: „Die Kunden finden die Idee grundsätzlich gut, nehmen aber lieber Verpacktes mit.“

Mehrere berichten von wenig bis gar keiner Nachfrage. Die Rede ist zudem von „zu wenig ernsthaftem Kundeninteresse“. Nicht ganz so drastisch sieht es ein Befragter, der seit einiger Zeit eine Unverpackt-Station in seinem Laden betreibt: „Kunden müssen sich erst daran gewöhnen.“ Er rät: „Es ist wichtig, Verpackungsmaterial wie Gläser und Papiertüten, anzubieten.“

Teuer in der Anschaffung

Geld ist ein weiterer Faktor, weshalb einige Ladner bisher vor der Umrüstung auf Unverpacktes zurückschreckten. Sie finden, die Bins seien „teuer in der Anschaffung“; einer befürchtet, die Investition würde sich erst gar nicht rentieren. Für einen weiteren Ladner stehen die Kosten für „Technik und Personal in keinem Verhältnis zum Umsatz“.

Dass die Behälter für unverpackte Ware im Laden zu viel Platz wegnehmen, finden vier Befragte. Ein Ladner bemängelt, der Großhandel biete für die Präsentation von Unverpacktem keine wirklich guten  Systeme an. Zu weiteren Problemen führen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, sagen zwei Umfrage-Teilnehmer. Einer von ihnen gibt das Eichgesetzt als Beispiel an.

„Mottengefahr!“ befürchtet nicht nur ein Befragter. Gleich mehrere haben Angst, sich die Schädlinge durch unverpacktes Mehl oder Müsli einzuschleppen. Ein Ladner schätzt dieses Risiko gar als „hoch“ ein.

In Zukunft mehr unverpackte Ware

Trotz mehr Arbeit, größeren Investitionen, wenig Kundeninteresse, dem Platzproblem und der Angst vor Lebensmittelmotten: Die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer gibt an, ihr Angebot an unverpackter Ware zukünftig erweitern zu wollen.

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