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Was Kunden besonders schätzen

Biohandel, 03/2016, Entwicklung und Strategie

Bester Bio-Laden Logo 2016

Sehr gute Noten stellten die Schrot&Korn-Leser „ihren“ Läden auch bei der diesjährigen Wahl der „Besten Bio-Läden“ aus. Neben einigen Newcomern wurden andere für ihre kontinuierlich guten Leistungen mit einer Auszeichnung belohnt. // Natascha Becker

Was schätzen Kunden an ihrem Bio-Laden ganz besonders? Wo sehen sie Verbesserungsmöglichkeiten? Eine elegante Art, das herauszufinden, ist die Schrot&Korn-Leserumfrage, bei der diesmal wieder über 51.100 gültige Stimmen abgegeben wurden. „Absolute Kundenfreundlichkeit und stetes Bemühen, Unmögliches möglich zu machen“, lobt zum Beispiel ein Teilnehmer. Über „die Produktvielfalt, die fachkundige Beratung und die schöne Malecke für die Kleinen“, freut sich ein anderer. Überhaupt: Freundliches Personal, Beratung und Hilfsbereitschaft sind Merkmale, die alle Gewinner-Läden auszeichnen. Da verzeihen die Kunden auch ein eingeschränktes Sortiment oder ungewöhnliche Öffnungszeiten. Das zeigt sich vor allem bei den vier Gold-Gewinnern.

Albertshof – moderner Tante-Emma-Laden

„Ein moderner Tante-Emma-Laden für ökologisch Eingestellte“ – so bezeichnet Kerstin Doppstadt ihren Hofladen Albertshof am Rande von Rennerod im Westerwald. Und die Kunden scheinen ihr Recht zu geben, denn sie haben diesen von der Frische bei Gemüse und Fleisch geprägten Laden bei der Schrot&Korn-Leserwahl 2016 zum besten Hofladen gewählt. Zusammen mit ihrem Mann Peter und vier Kindern lebt und prägt Kerstin Doppstadt den Albertshof. Sie sorgt dafür, dass Kindergartengruppen und Schulklassen den Hof mit seinen 250 Tieren besuchen und der Bioland-Hof als „Demonstrationsbetrieb ökologischer Landbau“ geführt werden kann. Hier verbinden sich Landwirtschaft, Bio-Produkte und anschauliches ökologisches Handeln zu einer Erlebniswelt, die sogar Besucher aus dem fast 100 Kilometer entfernten Frankfurt anzieht. „Vor zehn Jahren galten wir noch als Bombenleger, jetzt sind wir hip“, sagt Peter Doppstadt. 1993 waren sie unter dem Namen Bioladen Sonnenblume mit 50 Quadratmetern gestartet, 2009 erweiterten sie auf knapp 100 Quadratmeter – und inzwischen träumt Kerstin von einer weiteren Verdopplung, dann mit einer gemütlichen Kaffee-Ecke mit Sofas. 

Bio-Michi – mal ein anderes „Fachgeschäft“

In der Kategorie Bio-Fachgeschäft geht die Goldmedaille 2016 an Michael Steinmaßl – mit 29 Jahren einer der jüngsten Goldgewinner bei der Schrot&Korn-Leserwahl. Bio-Michi heißt sein Laden, denn Michis Person und Name sind Programm und Erfolgsgarant für diesen in vielerlei Hinsicht „eigenwilligen“ Laden. Der Name des Fachgeschäfts geht auf einen Kunden-Wettbewerb zurück, und auch das Startkapital stammt zum großen Teil von Kunden. Über Genussscheine hat Michi erst vor einem dreiviertel Jahr seinen Laden eröffnet und finanziert. Bei seinem großen Frische-Angebot und dem vielseitigen Engagement des Inhabers als Ladner und Gärtner nimmt es die Kundschaft auch nicht übel, dass der Bio-Michi für sie nur Dienstag, Donnerstag, Freitag und halbtags am Samstag geöffnet hat. Im Laden können sich die Kunden frei und großzügig bewegen und es ist überall viel Patz für ein (Beratungs-)Gespräch oder das Verweilen im „Mini-Bistro“. Auch bei den übrigen Sortimenten legt Michi sehr großen Wert auf das Besondere – sein Laden wird, neben dem Großhandel, von über 30 regionalen Erzeugern beliefert.

Bogners bio – abseits der Ballungsgebiete

Uli und Franz Bogner vom Bioladen Bogners bio in Waldkirchen bei Passau dürften vielen keine Unbekannten mehr sein – bereits 2013, nur ein halbes Jahr nach der Eröffnung, haben sie als Newcomer eine Goldmedaille von den Lesern von Schrot&Korn bekommen. Mit der neuerlichen Goldmedaille in der Kategorie „Bester Bioladen 2016“ beweisen sie, dass ihre erste Auszeichnung nicht nur dem Neuigkeitswert geschuldet war. Ihr wertiges Ambiente in der alten Saußmühle ist ein tragfähiges Konzept für einen kleinen aber feinen Bioladen abseits der großen Ballungsgebiete. Der gemütliche Bistrobereich um den Kachelofen unterstreicht die Einladung der Bogners, nicht nur zu kaufen, sondern zu verweilen. Im Sommer stehen vor dem idyllisch gelegenen ehemaligen Mühlenbetrieb ein paar Stühle und Tische – Kunden und Wanderer können dann Getränke und kleine Snacks im Freien genießen. „Fast niemand kauft bei mir nur ein und geht wieder“, beschreibt Uli die Beziehung zu ihren vielen Stammkunden.  

Mehr als nur die 25. ebl-naturkost Filiale

Mit der erst zwei Jahre alten ebl-naturkost Filiale im gutbürgerlichem Nürnberger Stadteil Laufamholz – eher ein Wohngebiet – gehört 2016 auch ein filialisierter Bio-Supermarkt zu den Goldgewinnern bei der Schrot&Korn-Leserwahl. In einem ehemaligen Edeka-Markt ist diese Filiale abseits von Laufkundschaft beinahe versteckt – und trotzdem sehr erfolgreich. Der Markt hat eine Nahversorgerfunktion übernommen, entsprechend ist das Sortiment aufgestellt. Die engagierte Marktleiterin Felicitas Ganter hat die Kundenzahl in nur zwei Jahren von 170 auf 300 pro Tag fast verdoppelt. „Teamwork ist die Voraussetzung, dass der Laden so gut läuft, das lässt sich nicht an einer einzelnen Person festmachen“, beschreibt Felicitas Ganter ihr Erfolgsrezept. Ein ausführliches Portrait dieses Ladens finden Sie ab hier.

So haben die Kunden abgestimmt

Insgesamt wurden bei der diesjährigen Leserwahl 51.104 gültige Stimmen abgegeben, die überwiegende Mehrzahl von Frauen (75,3 Prozent – ähnlich wie im Jahr zuvor). Auch wenn der Response um 0,5 Prozent zurückgegangen ist, bewegt er sich mit 5,9 Prozent an Rückläufen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und zeigt, dass sich die Kunden gerne mit „ihren“ Bio-Läden beschäftigen. Auffällig ist, dass immer mehr Leser online abstimmen – 41 Prozent nutzten den Weg über das Internet. Jeder Kunde kann höchstens zwei Mal mit seiner Anmeldung abstimmen, damit die Qualität der Leserwahl gesichert ist.

Bewerten konnten die Teilnehmer sieben Kriterien in den Schulnoten 1 bis 6: Frische, Sortiments-Vielfalt, Preis-Leistungs-Verhältnis, fachliche Beratung, freundliche Bedienung, der Gesamteindruck sowie Sauberkeit. Und über 80 Prozent der Leser nutzten außerdem die Gelegenheit, dem Laden ihres Vertrauens zusätzlich Feedback zu geben – für viele Ladner wertvolle Hinweise, mit welchen Angeboten ihre Kunden besonders zufrieden sind und wo sie noch Verbesserungspotenzial sehen. Wie im Vorjahr gab es keine Durchschnitts-Benotung, die schlechter war als 2, was für eine anhaltende Kunden-Zufriedenheit spricht. Die Durchschnittsnote aller Ladentypen für den Gesamteindruck beträgt in diesem Jahr 1,34, das ist sogar eine leichte Verbesserung gegenüber 2015 (1,39). Überhaupt lagen die Bewertungen durch die Bank über denen des Vorjahres, wobei das Ranking der Ladengruppen in den einzelnen Kategorien unverändert geblieben ist.

Am stärksten verbesserten sich die Noten der Bio-Supermärkte (von 1,44 auf 1,38) und unter ihnen die der Filialisten (von 1,48 auf 1,42). Betrachtet man bei diesen vor allem den Punkt Preis-Leistungs-Verhältnis über einen längeren Zeitraum, so zeigt sich, dass dieses in den vergangenen Jahren kontinuierlich besser bewertet wird – Note 1,96 in der aktuellen Leserwahl. Trotz dieser Verbesserung bilden die Filialisten in diesem Punkt nach wie vor das Schlusslicht, die beste Note erzielen hier die Bioläden mit 1,51. Sie sind auch Spitzenreiter in den Kategorien fachkundige Beratung (1,15), freundliche Bedienung (1,08) sowie Sauberkeit und Hygiene (1,16). Beim Gesamteindruck führen auch 2016 die Hofläden das Ranking an (mit einer leichten Verbesserung von 1,25 auf 1,22), ebenso bei der Frische (1,21) und der Sortimentsvielfalt (1,46). Eine stetige Verbesserung in nahezu allen Kategorien verzeichnen über die vergangenen Jahre die Fachgeschäfte, während die Inhaber geführten Bio-Supermärkte in den Bereichen fachkundige Beratung und Freundlichkeit in jedem Jahr besser benotet wurden. 

Albertshof – Hofladen

Albertshof Hofladen (Foto: Christian Wickler Fotodesign – bio verlag)

Albertshof – Hofladen: Kerstin und Peter DoppstadtDer Bioland-Hof von Kerstin und Peter Doppstadt wird als „Demonstrationsbetrieb ökologischer Landbau“ geführt. Begonnen hat alles 1993 mit einem 50 Quadratmeter kleinen Laden, 2009 wurde dann auf knapp 100 Quadratmeter erweitert. Prägend für das Angebot ist die Frische bei Gemüse und Fleisch. Dafür wurde der Albertshof bei der Schrot&Korn-Leserwahl 2016 zum besten Hofladen gewählt.

(Fotos: Christian Wickler Fotodesign – bio verlag)

Bio-Michi – Fachgeschäft

Bio-Michi – Fachgeschäft (Foto: Eberhard J. Schorr  – bio verlag)

Bio-Michi – Fachgeschäft: Evi und Michael Steinmaßl (Foto: Eberhard J. Schorr  – bio verlag)Über Genussscheine hat Michael Steinmaßl – hier mit seiner Frau Evi – erst vor einem dreiviertel Jahr seinen 101 Quadratmeter großen Laden eröffnet und finanziert. Bei seinem einzigartigen Frische-Angebot und vielseitigen Engagement als Ladner und Gärtner nimmt es die Kundschaft auch nicht übel, dass der Bio-Michi für sie nur Dienstag, Donnerstag, Freitag und halbtags am Samstag geöffnet hat.

(Foto: Eberhard J. Schorr – bio verlag)

Bogners bio – Bioladen

Bogners bio – Bioladen (Foto: Eberhard J. Schorr – bio verlag)

Bogners bio – Bioladen: Uli und Franz Bogner (Eberhard J. Schorr – bio verlag)Uli und Franz Bogner vom Bioladen Bogners bio in Waldkirchen bei Passau haben bereits 2013, nur ein halbes Jahr nach der Eröffnung, eine Goldmedaille bekommen. Mit der neuerlichen Auszeichnung beweisen sie, dass ihre erste Goldmedaille nicht nur dem Neuigkeitswert geschuldet war. Ihr Bistrobereich um einen Kachelofen unterstreicht die Einladung, zu verweilen.

(Fotos: Eberhard J. Schorr – bio verlag)

ebl-naturkost – Bio-Supermarkt

ebl-naturkost – Bio-Supermarkt (Foto: Peter Roggenthin – bio verlag)

eblebl-naturkost – Bio-SupermarktMit der erst zwei Jahre alten ebl-naturkost-Filiale gehört 2016 ein filialisierter Bio-Supermarkt zu den Goldgewinnern bei der Schrot&Korn-Leserwahl. In einem ehemaligen Edeka-Markt ist diese Filiale unter der Leitung von Felcitas Ganterabseits von Laufkundschaft und anderen Publikumsmagneten beinahe versteckt – und trotzdem sehr erfolgreich.

(Fotos: Peter Roggenthin – bio verlag)

367 Urkunden

180 Läden bekamen in diesem Jahr insgesamt 367 Urkunden für Gesamteindruck (62), Frische (60), Sortiments-Vielfalt (59), Preis-Leistungs-Verhältnis (60), fachkundige Beratung (63) und freundliche Bedienung (65).

Ergebnisse der Schrot&Korn-Leserwahl 2016

(Für eine größere Ansicht bitte auf das Bild klicken)

Mehr Läden

Mit 2.382 wurden in diesem Jahr so viele Läden bewertet wie nie zuvor. 796 Läden bekamen Resonanz von mehr als 20 Kunden – die Voraussetzung, um am Ranking teilzunehmen. Neben den vier Goldgesamtgewinnern erhalten weitere 176 Bioläden eine Auszeichnung. 

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