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Editorial: Umsatzbarometer für den Naturkost-Einzelhandel (BioHandel, 6/2006)

BioHandel, 06/2002, Branche

  • BioHandel, Juni 2002
  • Editorial

Umsatzbarometer für den Naturkost-Einzelhandel

Ein bislang untragbarer Zustand: Wer sich für die aktuelle Umsatzentwicklung im Naturkost-Einzelhandel interessierte, war auf Gefühle und Annahmen angewiesen. In Zukunft kann jedes Quartal auf dem neuen BioHandel-Umsatzbarometer abgelesen werden, ob ein Plus oder Minus erwirtschaftet wurde.

Basis für die jeweiligen Barometerstände sind die Umsätze von 63 Betrieben. Die erste Ablesung hat ergeben, dass der Naturkosteinzelhandel im Jahr 2001 ein Umsatzplus von 22 Prozent erzielt hat (Seite 17). Vielen Dank allen Teilnehmern, die betriebliche Daten für die Auswertung weitergeben!

Natürlich können (und sollten) weitere Läden mitmachen, damit die Basis möglichst breit wird. Denn in Zeiten wachsender Konkurrenz ist es einmal mehr wichtig, realistische Zahlen über die Branchenentwicklung ständig vor Augen zu haben. Wer es genau wissen will, kann für 20 Euro eine individuelle Einstufung des Betriebes vornehmen lassen. Ein solches Ranking erleichtert nicht nur betriebliche Entscheidungen, sondern kann auch bei Kreditgeschäften hilfreich sein. Also: einfach anrufen, faxen oder mailen!

Nach dem Erfreulichen nun Unerfreuliches: Gleich mit sechs Substanzen, die in der Bio-Branche nichts verloren haben, müssen wir uns in dieser Ausgabe beschäftigen. Beim Wachstumsregulator Chlormequat, der in Babybreis und Saft gefunden wurde, gehts Gott sei Dank schon um die Aufarbeitung des Vorfalls (Seite 8).

Dafür sorgt ein Vergällungsmittel in Deo-Milch für neue Aufregung (Seite 5). Entdeckt wurden auch mit Pestizid und Holzschutzmittel belastete Möhren (Seite 17). Und noch kurz vor Redaktionsschluss musste Dennree Putenwurst zurückrufen, weil sie das Unkrautbekämpfungsmittel Nitrofen enthielt (Seite 49). Keine Frage: Der Waren-Rückruf ist mittlerweile zu einem festen Ritual in der Branche geworden. Das ist wohl ein Preis, der für die Ausweitung der Bio-Produktion und verbesserte Messmethoden gezahlt werden muss.

Für Unruhe sorgt auch das als krebserregend und erbgutschädigend eingestufte Acrylamid, das schwedische Wissenschaftler in Kartoffelchips, Pommes Frites, Knäckebrot und Crackers gefunden haben (Seite 17). Wenn nachgewiesen wird, dass dieser Stoff durch die hohen Temperaturen bei der Bearbeitung von stärkehaltigen Lebensmitteln entsteht, dürfte auch die Chips-Kultur in der Bio-Branche in Schwierigkeiten kommen.

Horst Fiedler


URL: https://biohandel-online.de/Branche/5778.html / © bio verlag gmbh

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