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Keine Werbeveranstaltung: Kampagne braucht Substanz!

Aktuelles, 04.04.19 10:09

Eine gemeinsame Kampagne, könnte die Biobranche voranbringen und ihr helfen, sich gegenüber dem LEH zu profilieren – dieser Meinung sind inzwischen einige. Andere wiederum fürchten um ihre Eigenständigkeit und sehen in einer solchen Kampagne keine Vorteile. Wir wollten in unserer letzten Umfrage deshalb von Ihnen wissen, was Sie davon halten.

Mehrheit befürwortet eine Kampagne

Eine klare Mehrheit von 77 Prozent befürwortet eine gemeinsame Kampagne der Biobranche. 19 Prozent der Umfrageteilnehmer sind dagegen und 4 Prozent haben sich enthalten.

Inhaltliche Schwerpunkte

Auf die Frage „Was sollten die wichtigsten Elemente einer solchen Kampagne sein?“, gab es viele Antworten:

  • ein einheitliches Erkennungsbild für 100-prozentige Bioqualität schaffen.
  • die Transparenz im Herstellungsprozess – wer und was steckt dahinter – hervorheben.
  • die Pionierarbeit, den „echten“ ideellen Biogedanken betonen.
  • verdeutlichen, dass jeder Einkauf auch politisch ist.
  • klar kommunizieren, welchen Unterschied es macht, im Fachhandel einzukaufen, denn Bio allein ist kein Differenzierungsmerkmal mehr.

Wichtig waren den Umfrageteilnehmern auch folgende Punkte:

  • über viele Medien, auch Flyer oder Kino-Spots, die Besonderheiten herausstellen; gern mit konkreten Zahlen und Fakten
  • (finanzielle) Unterstützung für kleinere Bioläden, um Print-Werbung dort einzusetzen, wo der konventionelle LEH auch auftritt.
  • Vorlagen für eigene Online-Werbung (Homepage, Social Media) zur Verfügung stellen
  • dass Anbau und Fachgeschäfte zusammen werben, auch mit Personen
  • den Stammkunden das Gefühl zu geben, dass sie „im Fachhandel nach wie vor richtig sind“ und Neukunden zu bestärken: „Ja, hier seid ihr Willkommen und hier tragt ihr zur positiven Veränderung der Gesellschaft bei.“
  • eine Art Markenbildung der Bio-Fachhandelsbranche
  • Megatrends des gesellschaftlichen Wandels aufgreifen
  • modern, witzig aber auch ernsthaft den Zusammenhang zu den globalen Herausforderungen aufzuzeigen: „Die Kampagne darf keine Werbeveranstaltung sein, sondern muss Substanz haben und ausreichend Hintergrundinformationen liefern.“

Bio nicht verwässern

19 Prozent der Umfrageteilnehmer lehnten eine gemeinsame Kampagne ab. Gründe nannten sie unter anderem folgende:

  • „Wann immer es darum geht, einen gemeinsamen Nenner zu finden, wird etwas reduziert. Gerade, wenn Bio verwässert, kann sich die Branche eine solche Reduzierung kaum leisten.“
  • „Im Grunde genommen ist der Drops schon gelutscht. Der Hauptteil der Bio-Produkte wird sowieso jetzt schon über den konventionellen LEH vermarktet. Bio-Filial-Supermärkte sind im Grunde genommen von ihrer Arbeitsweise her auch wie ein konventioneller LEH, und da wird sich das alles auch eingliedern. Von daher bringt eine gemeinsame Kampagne wenig, Bio beim ‚Fachhandel‘ als besseres Bio darzustellen, weil dem auch nicht so ist. Der wahre Fachhandel sind die inhabergeführten Läden und die hätten eine Kampagne verdient. Aber wenn wir eine Ökologisierung der Landwirtschaft weltweit wollen, geht das nur mit dem konventionellen LEH.“

Weitere Ansätze anstelle einer Kampagne

Aus Sicht derer, die eine gemeinsame Kampagne ablehnen, wäre es sinnvoller:

  • „gemeinsame Foren zu finden, Journalisten zu begeistern, Bündnispartner zu finden, die einen stark machen und laut die eigenen Geschichten zu erzählen.“
  • die Profilierung der einzelnen Läden über „echte Regionalität“, Farm to table, kulinarische Expertise.
  • in mehr Ausbildung für das Personal in den Bioläden zu investieren.
  • Demeter, Bioland usw. nur im Bioladen anzubieten, sonst sei „der Untergang vom Bioladen sowieso eingeläutet“.

URL: https://biohandel-online.de/Aktuelles/keine-werbeveranstaltung-kampagne-braucht-substanz.html / © bio verlag gmbh

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